Donnerstag, 22.01.2026

Debatte um Selbstbeteiligung der Patienten an Arztbesuchskosten: Warum Politiker und Arbeitgeber eine Kontaktgebühr fordern

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Politiker und Arbeitgeber sehen sich mit der Forderung konfrontiert, eine Selbstbeteiligung der Patienten an den Kosten für Arztbesuche einzuführen. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, die Anzahl der unnötigen Arztbesuche zu reduzieren und dadurch das Gesundheitssystem zu entlasten. Diskutiert wird vor allem die mögliche Einführung von Kontaktgebühren und wie diese gestaltet sein könnten.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass Deutsche im Durchschnitt deutlich häufiger Arztpraxen aufsuchen als Bürger anderer europäischer Länder. Eine Studie der OECD verdeutlicht, dass Deutsche im Jahr im Schnitt 9,6 Arztbesuche verzeichnen, was über dem OECD-Durchschnitt liegt. Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2024 enorme 50,3 Milliarden Euro für ärztliche Behandlungen ausgegeben, wobei die Kosten der Arztbesuche einen signifikanten Anteil von 16,1% am Gesamtbudget der Gesundheitsausgaben ausmachen.

Die Diskussion dreht sich auch um alternative Modelle wie das Hausarztmodell oder direkte Facharztbesuche mit Zusatzkosten. Darüber hinaus plant die Bundesgesundheitsministerin erweiterte Leistungen in Apotheken, um die Entlastung der Arztpraxen voranzutreiben.

Insgesamt zeigt sich Uneinigkeit bezüglich der Ausgestaltung einer möglichen Selbstbeteiligung der Patienten an den Arztbesuchskosten. Insbesondere die Bedenken hinsichtlich sensibler Patientengruppen und die Wirksamkeit in der Reduzierung unnötiger Arztbesuche sind kontroverse Themen, die Politiker, Arbeitgeber und Gesundheitsvertreter beschäftigen.

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