Die Zufriedenheit der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener mit dem städtischen Busverkehr hat sich nach einer Erhebung der Hochschule RheinMain verbessert. Für 2025 ergibt sich eine Gesamtnote von 2,69 für ESWE Verkehr, nach 2,79 im Vorjahr. Die Pkw-Nutzung erhielt in der Befragung mit 3,31 deutlich schlechtere Noten.
Methodik und Umfang der Untersuchung
Die repräsentative Passantenbefragung wurde unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School durchgeführt. Im vergangenen Jahr führten studentische Teams an zehn Standorten in Wiesbaden insgesamt 1.512 Interviews durch. Die Befragten reichten von regelmäßigen Fahrgästen über Gelegenheitsnutzer bis zu Menschen, die überwiegend mit dem Auto unterwegs sind.
Welche Aspekte besser bewertet wurden
In 15 von 16 abgefragten Merkmalen verbesserten sich die Bewertungen gegenüber dem Vorjahr. Deutlich besser beurteilt wurden unter anderem die Umweltleistung von ESWE Verkehr, Kontrollen, Informationen zu Verspätungen sowie die Atmosphäre in den Bussen, wobei hier vor allem das Thema zu volle Fahrzeuge angesprochen wurde. Auch Erreichbarkeit der Ziele sowie Fahrzeit und Schnelligkeit erhielten bessere Noten.
Prof. Dr. Bernhard Heidel wertete die Ergebnisse als Bestätigung für tatsächliche Veränderungen im Angebot: Er sagte, die Befragten hätten wahrgenommen, dass sich vieles zum Positiven verändert habe. Die offenen Fragen zu Likes und Dislikes hätten diese Wahrnehmung zusätzlich bestätigt.
Offene Punkte und geplante Maßnahmen
Trotz der Verbesserungen identifizierte die Studie noch Defizite, vor allem bei der Pünktlichkeit und bei der Atmosphäre in den Bussen. Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, hob die gestiegene Vertrauensbasis hervor und betonte zugleich, dass es weiterhin Punkte gebe, an denen man arbeiten wolle. Sie verwies auf die Objektivität der langjährigen Messung, die seit 20 Jahren regelmäßig durchgeführt wird.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kowol verwies auf geplante Veränderungen im Liniennetz. Mit einer Netzreform, so Kowol, sollen direkte Verbindungen geschaffen und zusätzliche Bereiche erschlossen werden, damit Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver wird. Er kritisierte zugleich Unterfinanzierungen im Schienenverkehr, die zu Ausfällen führten, und stellte ESWE Verkehr als verlässlich dar.
Die Kundenzufriedenheitsmessung liefert ESWE Verkehr regelmäßig Hinweise für Verbesserungen. Die nächste Erhebungswelle wurde laut Mitteilung bereits gestartet.
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