Das Kunsthaus Wiesbaden zeigt von Donnerstag, 26. März bis Sonntag, 28. Juni die Ausstellung Memory in Action Marcelo Brodsky. Anlass ist der 50. Jahrestag des Militärputsches in Argentinien vom 24. März 1976. Gezeigt werden Werkgruppen, die sich mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur und der kollektiven Erinnerung an diese Zeit befassen.
Ausstellung und Eröffnung
Die Ausstellung wurde von Professor Dr. Márcio Seligmann Silva kuratiert. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 25. März um 19 Uhr statt. Bei der Veranstaltung werden der Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl, der Künstler Marcelo Brodsky und der Kurator sprechen. Die Präsentation ist Teil eines Programms des Hauses zur Demokratieforderung durch Erinnerungskultur.
Werk und historischer Kontext
Marcelo Brodsky zählt zu den international wahrgenommenen Künstlern Lateinamerikas. In seinen Arbeiten geht es um die Rekonstruktion persönlicher und kollektiver Erinnerungen, um die Geschichte der eigenen Generation sichtbar zu machen und weiterzugeben. International bekannt wurde er durch das Fotoessay Buena Memoria aus dem Jahr 1997. Darin dokumentiert er die Deportation und Ermordung mehrerer ehemaliger Klassenkameraden und seines Bruders Fernando Brodsky während der argentinischen Militärdiktatur.
Ein zentrales Exponat der Ausstellung ist das Klassenfoto La Clase. Das Bild gilt als Mahnmal gegen Vergessen und verknüpft persönliche Biografien mit dem Anspruch, Verbrechen im öffentlichen Bewusstsein zu halten. Brodsky verwandelt dokumentarische Materialien, darunter ein Foto seines Bruders, das aus dem Folterzentrum ESMA eingeschmuggelt wurde, in künstlerische Zeugenschaft.
Kooperationen und thematische Einordnung
Die Präsentation findet in Zusammenarbeit mit Mishpocha The Art of Collaboration des Jüdischen Museums Frankfurt, der Heinrich Böll Stiftung und der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden statt. Die Ausstellung ist zudem in das Programm der WDC 2026 eingebunden. Das Kunsthaus setzt mit dieser Schau seinen Themenschwerpunkt fort, der die Erinnerung an die Shoah und an andere Unrechtsregime verbindet und damit eine Form der zivilen Erinnerungspolitik sichtbar macht.
Weitere Informationen sind abrufbar unter www.wiesbaden.de/kunsthaus.
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