Donnerstag, 22.01.2026

Wiesbaden präsentiert integriertes Modell der sozialen Wohnraumversorgung bei Besuch aus Südkorea

Empfohlen

Eine Delegation der Gyeonggi Housing & Urban Development Corporation aus Südkorea hat sich am 9. Dezember in Wiesbaden über kommunale Strategien zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums informiert. Im Mittelpunkt standen die Arbeit der städtischen Wohnraumförderstelle, Instrumente zur dauerhaften Mietpreisbindung und ein konkretes Bauprojekt, das unterschiedliche Finanzierungsquellen kombiniert.

Aufgaben der städtischen Wohnraumförderung

Die Abteilung Wohnen im Amt für Soziale Arbeit setzt in Wiesbaden die landesrechtlichen Fördermaßnahmen um, berät Menschen mit besonderen Wohnbedarfen, vermittelt geförderte Wohnungen und steuert städtebauliche Projekte zur Entwicklung ganzer Quartiere. Diese integrierte Struktur soll den Herausforderungen eines angespannten Wohnungsmarktes begegnen und gezielte Unterstützung dort bieten, wo der Bedarf besonders hoch ist.

Wiesbaden nutzt dabei Landes- und kommunale Mittel, legt Mietpreis- und Belegungsbindungen fest und vergibt geförderte Wohnungen nach transparenten Verfahren. Aktuell sind rund 3.700 Haushalte als wohnberechtigt registriert. Pro Jahr können etwa 500 Wohnungen vermittelt werden.

Beispielprojekt Kärntner Viertel

Als konkretes Beispiel stellten die Gastgeber das Kärntner Viertel vor. Dort entstanden 101 Wohnungen, von denen 36 gefördert sind. Durch die kombinierte Finanzierung von Stadt, Land und privaten Investoren konnten Mietpreise realisiert werden, die deutlich unter dem örtlichen Marktniveau liegen. Das Projekt zeigt, wie Fördermittel gezielt eingesetzt werden können, um bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern.

Herausforderungen und internationaler Austausch

Die südkoreanische Delegation interessierte sich insbesondere für die praktische Umsetzung angesichts steigender Baukosten, rückläufiger Bautätigkeit und demografischer Veränderungen. Wiesbadens kommissarische Amtsleiterin Heike Richter hob hervor, dass die Kommune an einem System arbeite, das Verlässlichkeit für Haushalte mit dringendem Bedarf und für Partner in der Wohnungswirtschaft schaffe. Die Verbindung von Förderung, Beratung und Vermittlung mache die Arbeit wirksam und nachhaltig, so Richter.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte, dass der Besuch aus Südkorea verdeutliche, wie global relevant die Frage nach bezahlbarem Wohnraum geworden sei. Solche Gespräche dienten dem Austausch von Erfahrungen und der Weiterentwicklung sozialer Wohnraumversorgung. Die Delegation würdigte abschließend die klare Struktur der Wiesbadener Wohnraumversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Wohnungswirtschaft und sieht in dem integrierten Ansatz einen möglichen Impuls für andere Regionen.

Quelle anzeigen

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles