Das Vergabeverfahren zur Überlassung des Spielbetriebs der Spielbank Wiesbaden ist abgeschlossen. Ab dem 1. Januar 2026 wird die bisherige Betreiberin Spielbank Wiesbaden GmbH & Co KG den Betrieb fortführen. Die neue Konzession läuft über zehn Jahre mit der Option auf eine einmalige Verlängerung um fünf Jahre und soll Planungssicherheit für das Kurhaus und die Stadt bieten.
Neue Konzession und Verfahrensverlauf
Die jetzige Konzession endet zum Jahresende. Die Stadt vergab den Betrieb nach einer europaweiten Ausschreibung und intensiven Verhandlungen erneut an die bisherige Betreiberin. Die ersten Schritte des Vergabeverfahrens waren bereits im Frühjahr 2024 erfolgt, die Ausschreibungsunterlagen wurden vor etwa einem Jahr veröffentlicht. Die neue Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft und gilt zunächst für zehn Jahre mit der Möglichkeit einer fünfjährigen Verlängerung.
Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger betonte, dass die Entscheidung Planungssicherheit schaffe und den ordnungsgemäßen Spielbetrieb in öffentlicher Hand erhalte, was die Attraktivität des Kurhauses und die Ausstrahlung der Stadt stärken solle. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende wies darauf hin, dass durch die Vergabe ein lückenloser Betrieb über die Jahreswende hinaus gewährleistet sei. Er verwies zugleich auf die historische Bedeutung der Spielbank, deren Roulettebetrieb in Wiesbaden bis ins Jahr 1771 zurückreiche und die damit zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland zähle.
Gemeinwohlbeiträge und neue Klimamaßnahmen
Teil der Verhandlungen waren auch die finanziellen Leistungen der Spielbank an die Stadt. Diese Abgaben sollen wie bisher in vollem Umfang der Förderung gemeinwohlorientierter Projekte dienen. Genannt wurden Förderungen in der Medizin, exemplarisch der Rheumapreis, sowie kulturelle Auszeichnungen wie der Jawlensky Preis und der Preis der Spielbank Wiesbaden für das Pfingstturnier. Auch die Sporthilfe zählt zu den bisherigen Empfängern.
Neu vereinbart wurde nach Angaben der Stadt, dass künftig außerdem ein nennenswerter Betrag für ökologische Maßnahmen und Projekte des Klima- und Artenschutzes zur Verfügung gestellt wird. Damit reagiert die Stadt auf Forderungen nach verstärkten Nachhaltigkeitsaktivitäten und bündelt kommunale und private Mittel für entsprechende Vorhaben.
Spielerschutz, Angebot und städtebauliche Bedeutung
Ein Schwerpunkt der Vergabe lag auf dem Spielerschutz und der Suchtprävention. Stadt und Betreiber haben eigenen Angaben zufolge ein Konzept entwickelt, das die Anforderungen des Hessischen Glücksspielstaatsvertrags erfüllen soll. Sämtliche Verfahrensschritte erfolgten in Abstimmung mit der zuständigen Glücksspielaufsicht beim Hessischen Ministerium des Inneren, für Sicherheit und Heimatschutz.
Die Spielbank Wiesbaden ist mit mehr als 250 Jahren eine der ältesten in Deutschland und betreibt seit 1985 ihre Räume im ehemaligen Weinsaal des Kurhauses. Das Angebot umfasst Roulette und American Roulette, Roulight, Black Jack und Poker. Das Automatenspiel mit rund 220 Geräten befindet sich in der Kurhaus Kolonnade, das Kleine Spiel wurde 2001 neu gestaltet. Der Betreiber verwies auf die Bedeutung des klassischen Spiels und des feierlichen Ambientes, das als ein Kriterium der Ausschreibung festgelegt worden war. Geschäftsführung und Betreiber hoben die Kontinuität der Zusammenarbeit hervor und bezeichneten die Einigung als Fortsetzung der bisherigen Betriebspraxis.
Die Stadt sieht in der bestätigten Konzession sowohl einen Beitrag zum Erhalt eines kulturell und historisch bedeutsamen Ortes als auch eine Möglichkeit, kommunale Förderstrukturen und neue Umweltprojekte langfristig zu sichern.
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